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1901 bis 1950

1901. 

Die Tage vom 29. Juni bis 1. Juli 1901 galten der Siebzigjahrfeier, verbunden mit dem Obermarkgräfler Gausängertag. Der Verein erhielt von den Jungfrauen eine seidene Fahnenschleife, vom Gemeinderat einen Pokal und vom Gesangverein Waldkirch, der auch beim Bankett mitwirkte, ein Bild der Stadt Waldkirch.
1902 errang der Verein in Binningen einen Lorbeerkranz als I-c-Preis, 1903 in Weil den I-b-Preis. Am 9. Dezember desselben Jahres starb in Egringen Michael Jost, „der Sängervater“. Er war Ehrenmitglied des Vereins, den er lange Jahre geleitet und Bundesdirigent des Sängergaues, um dessen Gründung er sich besondere Verdienste erworben hatte. Deshalb sang der Verein beim Trauergottesdienst in der Egringer Kirche.
In den folgenden Jahren konnte der Verein Preise erringen in Brombach (1904) einen Lorbeerkranz als I-d-Preis, im selben Jahr in Sirenz den I-d-Lorbeerkranz mit goldener Medaille, 1905 in Egringen den I-b-Preis mit Lorbeerkranz. Am 6. März 1906 musste Mölbert wegen Krankheit sein Amt als Dirigent niederlegen. An seine Stelle trat Ernst Hanser, der schon am 8. Juli in Lörrach im erschwerten Volksgesang mit seiner Sängerschar einen Eichenkranz als Zweiten Preis errang.

1907. 

Auch das Konzert zum 75jährigen Stiftungsfest wurde von Hanser dirigiert (10. Februar 1907). Als der Verein 1908 in Steinen einen Lorbeerkranz als I-b-Preis erhielt, stand Fritz Weigl aus Basel am Dirigentenpult. 1909 sammelten die Damen für eine neue Fahne, die am 29. August 1909 geweiht wurde. Bei dieser Feier sang der Verein den von Kapellmeister Sonnet in Pforzheim komponierten und dem Gesangverein Kandern gewidmeten Sängergruß „In Freud und Leid zum Lied bereit“. Im November 1909 übernahm Mölbert wieder die Leitung des Vereins und errang am 3. Juli 1910 in Nollingen den I-a-Preis im Kunstgesang, am 2. Juli 1912 in Oberweiler im erschwerten Volksgesang einen silbernen Pokal (Ehrengabe der Kurverwaltung Badenweiler) als I-a-Preis.

1912. 

Die Feier zum Achtzigjährigen Bestehen des Vereins, verbunden mit Gausängertag und Gesangswettstreit, fand in den Tagen vom 29. Juni bis 1. Juli 1912 statt. Diese frohen Tage bildeten den Abschluss der Tätigkeit von Mölbert, der schon ein Jahr zuvor nach Lörrach versetzt worden war, die Aufgabe des Dirigenten mit Rücksicht auf das Fest aber beibehalten hatte. Sein Nachfolger war Reallehrer (später Oberstudienrat) Karl Heintz, der bis zu Beginn des Jahres 1959 (von kurzen Unterbrechungen abgesehen) den Dirigentenstab fest in der Hand hielt.
Bereits am 1. Juni 1913 errang der Chor in der Gruppe Erschwerter Volksgesang für Stadtvereine in Neuenburg den Ehrenpreis des Großherzogs und am 31. Mai 1914 in Lörrach den I-a-Ehrenpreis, einen goldenen Pokal.

 1915. 

Der I. Weltkrieg forderte auch vom Gesangverein Kandern seinen Tribut. Im März 1915 musste, um das Gesangsleben wach zu halten, der „Kriegsgesangverein Kandern“ ins Leben gerufen werden. Neun Aktivmitglieder, Ernst Schanzlin, Karl Friedrich Meyer, Karl Köbel, Ernst Leppert, Fritz Osswald, Fritz Ludwig, Hermann Hanser, Adolf Eichacker und Franz Fehr durften ihre Heimat nicht mehr wiedersehen.

1923. 

Nach Kriegsende setzte wieder reges Leben ein. In Grenzach errang der Verein am 22. Juli 1923 den I-a-Preis, 1924 in Emmendingen einen I-c-Preis (silberner Pokal), 1925 in Rheinfelden einen I-b-Preis (Lorbeerkranz mit silbernem Pokal) Am IX. Deutschen Sänger-bundesfest 1924 in Hannover nahmen drei Aktive und der Dirigent teil.

1927. 

Am 16. Januar 1927 geleitete der Verein seinen Ehrenvorsitzenden Ernst Rißmann zur letzten Ruhestätte. 26 Jahre hatte er als Vorstand dem Verein seine Kraft zur Verfügung gestellt.

1928.

In Wien, beim X. Deutschen Sängerbundesfest 1928, waren fünf aktive Sänger mit der alten Fahne, welche die zweitälteste beim Festzug war. Beim X. Badischen Bundessängerfest an Pfingsten 1929 einen ersten Preis mit Goldmedaille im Kunstgesang.

1932.

Nach dem hundertjährigen Jubiläumsfest kam eine Zeitepoche, die wohl als die „schwärzeste in der Geschichte des Volkes“ bezeichnet werden muss, worunter auch das Vereinsleben litt. Arbeitslosigkeit und Zerrissenheit zeichneten das Bild der Deutschen. Nach der Machtergreifung durch Hitler wurde auch das Vereinsleben diktatorisch beeinflusst. Die Bezeichnung des Vorstandes wurde in „Vereinsführer“ umbenannt. Und doch hat auch in dieser Zeitepoche der Verein seine an ihn gestellten Aufgaben erfüllt. Vorstands-, Sänger- und Generalversammlungen wurden turnusgemäß abgehalten, der Verein gab seine Garten- und Liederkonzerte, er nahm durch Liedvorträge an den örtlichen Geschehnissen teil. Er beteiligte sich an Jubiläen der befreundeten Vereine und brachte seinen Aktivmitgliedern bei Geburtstagen, Familienfesten usw. ein Ständchen, gab aber auch den Heimgegangenen (Ehrenmitgliedern und Sängern) das Letzte Geleit.

1934. 

Schlossen sich die beiden Vereine, der Gesangverein 1832 und der Gesangverein „Eintracht“ zusammen unter dem neuen Namen „Männergesangverein Kandern 1832 e.V“.
Seit dem Jahre 1934 lag die Vereinsleitung in den Händen von Kaufmann Albert Schneider. In den Jahren von 1933 bis 1945 lesen wir die Namen folgender Dirigenten: Herr Bürgelin, Herr Stöffler, Herr Walch, Albert Läuger; vertretungsweise war auch Herr Heintz tätig.

 1937. 

Am Bundessängerfest in Breslau war der Verein durch seinen Ehrenvorsitzenden Ernst Bachmann vertreten; auch bei Badischen Bundessängerfesten und Gausängertagen war der Verein vertreten.

 1938. 

Am 23. April 1938 wurde Ehrenchormeister Friedrich Mölbert, der die Stabführung des Vereins von 1890 bis 1912 inne hatte, zu Grabe getra-gen. Am 11, Dezember 1938 fand unter der Leitung von Kreischorleiter Karl Heintz in Kandern ein Wertungssingen statt, an dem sich zehn Vereine beteiligten, ein Sängerausflug führte in diesem Jahr nach Ihringen / Kaiserstuhl.

1944.

Auch während des II. Weltkrieges ist die Vereinstätigkeit nicht erlahmt. Die letzte Generalversammlung fand am 29. Januar 1944 im Gasthaus zum Brüderlin statt. Der Verein zählte damals noch 55 Aktivmitglieder, von denen 22 zum Heeresdienst eingezogen waren und 65 Passivmitglieder, von denen 17 im Kriegsdienst standen; ferner 12 Ehrenmitglieder.

Vier Aktivmitglieder, nämlich Otto Burkhart, Kurt Eckert, Karl Korb und Fritz Schmidt, sind im unglückseligen II. Weltkrieg auf den Schlachtfeldern Europas gefallen.

1945.

 In den Abendstunden des 23. April 1945 rückten französische Truppen in unserem Städtchen ein, ohne Widerstand zu finden. Mit der Übernahme der Regierungsgewalt durch die Siegermächte galten alle Vereine als aufgelöst.

1946. 

Die umfangreichen Vorbereitungen zur Wiedergründung des Vereins, wie z. B. der Entwurf der Vereinssatzung, die Erledigung von Formalitäten bei der Militärregierung, die Einladungen usw., besorgten Männer, die schon dem alten Gesangverein in Treue gedient haben, nämlich Karl Benz, Fritz Döbelin, Ludwig Fessenbecker, Wilhelm Gimbel sen. und Albert Läuger. Nach Vorliegen der Genehmigung luden diese Männer zur Wiedergründungs-Versammlung auf den 16. Oktober 1946 ins Gasthaus zur Krone ein, der 52 Männer folgten. In den Gesamtvorstand wurden gewählt: Ludwig Fessenbecker als I. Vorstand, Karl Benz als II. Vorstand, Heinz Kern als Schriftführer, Theo Hämmerlin als Rechner, Hermann Frey als Sangwart, Wilhelm Gimbel sen. als Aktiv-Beisitzer, Gustav Hagin als Passiv-Beisitzer, Albert Läuger als Dirigent und Wilhelm Stöffler als Stellvertretender Dirigent. Neben den Proben ist für das Jahr 1946 festzuhalten: Teilnahme am Weihnachts-Festgottesdienst in der evangelischen Kirche (Liedvortrag : „Weihnachtsglocken“ von Sonnet).

 1947. 

Bereits am 16. Februar 1947 fand eine „Abendunterhaltung“ im Gasthof zur Krone statt, eine weitere folgte am 14. September 1947. Auch ein Besuch bei den Sängern in Bamlach (per Fuhrwerk) wurde unternommen, ferner verschiedene Zusammenkünfte.

1948. 

Ein reges Vereinsleben setzte ein, schon am 8. Februar 1948 hatte der Verein unter Mitwirkung eines Streichorchesters ein Konzert gegeben, das eine Woche später wiederholt werden mußte. Zu erwähnen ist noch, dass auch der traditionelle Neujahrsfrühschoppen zum zweiten Male nach der Neugründung stattfand. Am 8. Mai 1948 wurden die Sänger mit ihren Frauen erstmals zum „Sängerabend“ (später Familienabend) eingeladen, der von diesem Zeitpunkt an festen Bestand im Vereinsgeschehen hat. Am 25. Oktober 1948 folgte ein Liederabend, und der 10. Oktober sah die Sängerschaft beim Treffen des Obermarkgräfler Sängerbundes in Weil am Rhein. Ein weiterer Besuch galt den Sangesfreunden aus Obereggenen am 7. November. Auch in der evangelischen Kirche erfolgte wieder ein Liedvortrag.

1949. 

Das Jahr 1949 begann mit dem Neujahrsfrühschoppen, dem Konzert (mit Streichorchesterbegleitung) am 6. Februar, dem Singen an Ostern in der evangelischen Kirche, dem zweiten Familienabend und verschiedenen Ständchen. Am 18. Mai bezog der Verein als Probelokal den „kleinen“ Ochsensaal, da die Bahnhofwirtschaft zu klein wurde. In der Chorprobe am 27. Juli gab der Dirigent Albert Läuger seinen Rücktritt bekannt, kurze Zeit später übernimmt Hauptlehrer Franz Unser aus Binzen den Dirigentenstab.

1950. 

Am 1. Januar 1950 treffen sich die Sänger wieder zum Neujahrsfrühschop-pen, und am 7. Januar findet das erste Konzert unter der Leitung des neuen Dirigenten Franz Unser statt. In der Generalversammlung am 21. Januar wurden 30 Sänger für 25-, 40- und 50jährige Sängertreue ausgezeichnet. Die Begrüßungsfeier der neuen Glocken für die evangelische Kirche und die Teilnahme am Festgottesdienst folgte. Ein Besuch der Aufführung Richard Wagners „Meistersinger“, das Ostersingen in der Kirche, die Beteiligung an der Maifeier, die Abhaltung des Familienabends, die Teilnahme an der 115jährigen Jubiläumsfeier der Sängervereinigung Müllheim, der Besuch des 120jährigen Jubiläums des Gesangvereins Mappach zeugen – neben den Ständchen und sonstigen Anlässen – von einem regen Vereinsleben. Einen wesentlichen Beitrag leistete der Verein zum Anlass der Stadterhebungsfeier. Am 16. Juli beteiligte sich der Verein am Wertungssingen des Obermarkgräfler Sängerbundes in Grenzach mit einem Freien Vortrag, und vom 20. bis 21. August fand das „Sängertreffen des Kandertals“ statt. Am 21. Oktober folgte ein Unterhaltungsabend und am 19. November eine „Feierstunde zur Erinnerung an Joh. Seb. Bach“ in der evangelischen Kirche, bei der erstmals der neu gegründete Frauenchor neben den Sängern und anderen mitwirkte.