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1841 bis 1900

1842. 

Ein besonderer Festtag war der 7. November 1842. An diesem Tag fand hier das 1. Oberländer Sängerfest statt, an dem sich die Vereine Schopfheim, Lörrach und Kandern beteiligten. Jeder Verein sang in der Kirche zwei Einzelchöre; Gesamtchöre waren es fünf, die unter der Leitung von Pfarrer Kunz aus Vogelbach standen. Auf diesen Tag war eine einfache baumwollene Fahne angeschafft worden.

1843. 

Inzwischen hatte der Verein auch weibliche Mitglieder aufgenommen und seit Februar 1843 besondere Übungsabende für gemischten Chor beschlossen. Diese Damen kamen am 11. Mai 1843 in die Wohnung von Dr. Brenzinger und überreichten eine seidene Fahne, die sie selbst gestickt hatten. Die Weihe dieser Fahne war sehr einfach: Die Mitglieder des Vereins versammelten sich in der Wohnung Dr. Brenzingers und nahmen die Fahne in Augenschein. Als diese gehörig besichtigt und bewundert war, hing man sie zum Fenster hinaus und setzte sich um den Tisch. Dr. Brenzinger machte den Wirt und spendete der Gesellschaft ein Fässchen Bier mit einfachem Abendessen. Spohn brachte sodann einen Trinkspruch auf die Stifterinnen der Fahne aus und dankte denselben im Namen des Vereins für das angenehme und wertvolle Geschenk.
In den folgenden Jahren wurden die Sängerfeste in Schopfheim (1843), in Lörrach (1844) und in Müllheim (1845) besucht. Im Winter 1844 hatten Gewerbeverein, Lesegesellschaft, Gesang- und Musikverein beschlossen, eine gemeinsame Abendunterhaltung zu veranstalten, um so den Versuch zu machen, wieder mehr Einigkeit unter die Bürger und Bewohner Kanderns zu bringen.

1847. 

Nach dem Wegzug von Dr. Brenzinger wurde Obersteiger Bär, der Direktor der Bergmusik, als Leiter der Proben und Aufführungen bestellt. Er gründete schon im ersten Winter seiner Tätigkeit eine Kindergesangschule und trat mit diesen Kindern bei Abendunterhaltungen auf. Ein Programm weist neben Musikstücken einen Männerchor, ein gemischtes Quartett und einen Kinderchor auf. Im selben Jahr fand in Kandern wieder ein Sängerfest statt, das letzte für längere Zeit.

1848. 

Die politischen Ereignisse warfen ihre Schatten voraus. 1848 sollte in Schopfheim ein Oberländer Sängerfest gehalten werden und Bär von Kandern war zum Festdirektor erwählt worden. Das Erscheinen Heckers und die folgenden Ereignisse verhinderten jede weitere Sangestätigkeit auf längere Zeit.

1856. 

Erst am 30: Dezember 1856 kam der Verein wieder zum Singen. Er beteiligte sich am Pfingstmontag 1857 am Sängertag in Bürgeln, 1858 am Sängertag in Haltingen und 1862 am Oberländer Sängerfest in Weil. Dieser Sängertag schloss mit dem Lied „Was ist des Deutschen Vaterland?“, wobei die letzte Strophe unter Begleitung von Böllersalven gesungen wurde.

 1864. 

Am 5. Dezember 1864 wurde der Beitritt zum Badischen Sängerbund beschlossen. Dieser Sängerbund ist als Nachfolger des Verbandes der Vereinigten Badischen Männergesangvereine anzusehen, welcher im Jahre 1847 sein drittes Sängerfest in Lahr veranstaltet hatte. Bei diesem Lahrer Sängerfest war der Verein durch eine Abordnung vertreten.

1865. 

Obwohl zum Müllheimer Sängerfest 1865 die Fahne neu hergerichtet worden war, schien der Verein selbst wenig Leben gehabt zu haben. 1866 meldete der Männergesangverein Kandern 18 Sänger an den Bund. Erst 1871 hören wir wieder von regerem Leben im Verein.

 1877. 

Am 22. Juli 1877 wurde unter zahlreicher Beteiligung ein Sängertag in Kandern abgehalten.

1882. 

Das fünfzigjährige Jubiläum, das der Verein am 27. August 1882 feierte, war vom Wetter nicht begünstigt. Da zudem nach dem Fest zweimal die Dirigenten wechselten, erscheint der Eintrag im Tagebuch begreiflich: „Durch die gründliche Abwaschung am Sängerfest waren die Sänger merklich abgekühlt, so dass es ratsam erschien, den Verein eine Zeitlang auf seinen Lorbeeren ausruhen zu lassen.“

1889.

 Der Verein sucht wieder Anschluss an den Badischen Sängerbund. Am 15. Juni 1889 hatte Mölbert die musikalische Leitung des Vereins übernommen.

1895.

 Beim Sängerfest in Efringen-Kirchen 1895 hatte unser Verein die große Ehre, seine alte, ehrwürdige Fahne zum Ersten mal seit ihrem Bestehen (1832) mit einem Lorbeerkranz als Zweiten Preis geschmückt zu sehen. 1896 erhielt der Verein beim I. Internationalen Volkssängertag in Basel im erschwerten Volksgesang einen Lorbeerkranz als I-f-Preis, 1899 in Haltingen beim Sängertag des Oberbadischen Sängerbundes den I-b-Preis und zwei Monate später in Lörrach bei der Fahnenweihe des Schweizer Bundes Lörrach in der Abteilung Stadtvereine einen Lorbeerkranz als I-c-Preis, ebenso 1900 in Steinen.